Der Deutsche Ruderverband kehrt von den Junioren-Weltmeisterschaften aus Racice (Tschechien) mit insgesamt 10 Medaillen zurück. Aus Baden-Württemberg konnten Henry Gieseler (Nürtingen) und Saskia Nitzschke (Konstanz) zur guten Medaillenbilanz beitragen.
Der Juniorinnen-Doppelzweier wurde im Trainingslager und während der JWM von Epfel, unserem Landestrainer, betreut. Die Konstanzerin Saskia Nitschke und ihre Partnerin Shirin Brockmann (Potsdam) setzten sich noch mal auf den Rollsitzen zurecht, bevor sie gegen Frankreich, Australien, Italien, Griechenland und die Niederlande ins Finale starteten. Die Zwei erwischten einen tollen Start und fuhren zunächst einmal vorne mit. Nach der Startphase drehten die Französinnen auf der Außenbahn ordentlich auf und brachten über eine Länge Vorsprung zwischen sich und die weiteren Boote. Griechenland und erfreulicherweise unser deutsches Duo sortierten sich dahinter ein. Die Französinnen ruderten nach dem Motto „Alles oder nichts“ und enteilten dem Feld immer mehr, ihnen auf den Fersen Italien. Im Kampf um Bronze schob sich bei der Streckenhälfte das australische Boot an Saskia und Shirin heran. Die beiden deutschen Mädels mussten sich schon früh strecken, um im Medaillenrennen zu bleiben. Auf dem dritten Streckenabschnitt drehten die beiden ordentlich an der Schlagzahlschraube und distanzierten Australien wieder. Saskia und Shirin flogen in ihrem bekannten Endspurt sogar noch an die Italienerinnen auf Platz zwei heran, blieben aber 100 Meter vor dem Ziel an einer Boje hängen. Doch es wurde die hervorragende Bronzemedaille, mit der sich der deutsche Doppelzweier hinter Frankreich und Italien belohnte. Der weitere Zieleinlauf: Australien, Griechenland, Niederlande.
Im Junioren-Achter waren die Landesfarben durch Henry Gieseler aus Nürtingen vertreten.
Gegen Italien, die USA, Rumänien, Großbritannien und Tschechien grifft der Junior-Achter im letzten Rennen dieser Titelkämpfe nach einer Medaille. Die Mannschaft zeigte schon beim Aufwärmen mannschaftliche Geschlossenheit, als sie im Gleichschritt einliefen und sich synchron dehnten. Mit Italien lag der härteste Widersacher direkt neben dem deutschen Flaggschiff. Mit dem am längsten geschobenen Starschlag startete der deutsche Achter in das Finale und mischte sofort an der Spitze mit. Während das Rennen auf der ersten Streckenhälfte unterwegs war, lag fast atemlose Stille über der Zuschauertribüne. Nach 500 Metern der erlösende Kommentar aus dem Reportagewagen: „Still Germany in the lead!“, Jubel kam auf. Doch das Rennen war noch lang und die Amerikaner wollten es jetzt wissen. Auf den zweiten 500 Metern übernahmen sie die Führung vor dem deutschen Boot und Italien.
An diesem Zwischenstand änderte sich nichts, bis der Endspurt eingeläutet wurde. Der Steuermann Leopold Bertz trieb seine acht Junioren an und schaffte es, dass das deutsche Boot immer dichter an die führenden Amerikaner heran kam. Diese beiden Boote trugen den Kampf um den Sieg unter sich aus. Doch die Amerikaner waren auf der Strecke schon zu weit weg, so dass im Ziel nur ein Luftkasten zur Goldmedaille für das deutsche Boot fehlte. Aber nach so einem tollen Rennen stand ganz klar fest: der deutsche Junioren-Achter hat Silber gewonnen und ist Vize-Weltmeister 2010! Dritter wurde Italien vor Rumänien, Großbritannien und Tschechien.
Im JWM-Kader war auch noch Michael Kreisel (Nürtingen) als Ersatzmann, der aber nicht zum Einsatz kam.
Bericht Tanja Günder / Fotos rudern.de