Der Deutsche Ruderverband (DRV) hat sich mit fünf Gold-, drei Silber- und vier Bronzemedaillen eindrucksvoll aus dem weissrussischen Brest von den U23-Weltmeisterschaften verabschiedet. Mit dabei auch vier Athleten und ein Trainer aus Baden-Württemberg.
Gold für Jonas Wagner (SM B 4x Lgw.)
Einen regelrechten Durchmarsch gab es für den deutschen Leichtgewichts-Doppelvierer – die Mannschaft mit Konstantin Steinhübel (Würzburg), Jonas Wagner (RV Neptun Konstanz), Michael Etzkorn (Mainz) und Julius Peschel (Eutin) hatte zwei Wochen vor der U23-Weltmeisterschaft ihren ersten internationalen Auftritt in Luzern. Dort erreichte die von Ralf Kockel (Konstanz) trainierte Crew bereits einen hervorragenden vierten Platz. In Brest gelang als Auftakt ein souveräner Vorlaufsieg – damit wurde der Hoffnungslauf vermieden und Kräfte konnten gespart werden.
Im Halbfinale ging es gegen Italien, den Seriensieger in dieser Bootsklasse. Bereits zur Streckenhälfte lag das deutsche Boot deutlich vorne; die anderen Mannschaften konnten nicht gegenhalten und so erreichte die Mannschaft als Favorit das Finale.
Im Finale wurde alles auf eine Karte gesetzt und über einen stark verlängerten Startspurt wurde die Fluchttaktik gewählt. Die Mannschaft ruderte sich in einen Rausch und konnte die früh erkämpfte Bootslänge Vorsprung dann bis ins Ziel zu halten. Zweiter wurde Irland, die Bronze-Medaille gewann England.
Bronze für Kathrin Ketterer (SF B 4-)
Bereits am Vortag gewann Kathrin Ketterer (RV Neptun Konstanz) die Bronze-Medaille im Frauen-Vierer ohne Steuerfrau. Das Quartett mit Mona Benger (Krefeld), Lea-Kathleen Kühne (Mainz), Constanze Duell (München) musste sich über den Vorlauf (2. Platz hinter Italien) und Hoffnungslauf (2. Platz hinter Niederlande) den Einzug ins Finale erkämpfen. Zu Beginn des Rennens lagen die Australierinnen souverän an der Spitze. Dahinter jeweils im Abstand einer dreiviertel Länge die Amerikanerinnen und der deutsche Vierer, der ein starkes Rennen rudert. Doch die Australierinnen sind zu schnell angegangen und die US-Girls attackieren knapp 300m vor dem Ziel. Das ist rennentscheidend, denn es bringt den Sieg. Der deutsche Vierer kommt auch noch einmal gut in den Endspurt und sichert die Bronzemedaille ab.
Vierter Platz für Sandra Luptowitsch (SF B 8+)
Sandra Luptowitsch (RV Esslingen) startete im Frauen-Achter mit Steuerfrau zusammen mit Clara Karches, Anne Becker, Anne Kliesch, Lisa Kemmerer, Ronja Schütte, Michaela Schmidt, Mandy Reppner, Stf. Schiwa Omidi. In dieser Bootsklasse gab es nur 6 Meldungen und so wurde vor dem Finale nur ein Bahnverteilungsrennen ausgefahren. Hier lag die deutsche Mannschaft hinter den USA und Neuseeland auf Platz 3. Doch die kanadische Crew ließ sich nicht in die Karten schauen und im Finale waren die Boote recht schnell sortiert. USA gewinnt hinter Neuseeland, dann Kanada, Deutschland auf Platz 4, Frankreich 5. und zuletzt der Gastgeber Weissrussland.
Tobias Reiner (Stuttgarter RG) war als Ersatzmann nomiert und kam nicht zum Einsatz.
Die Ruder-Weltmeisterschaften der U23 fanden vom 22. bis 25. Juli auf einer topmodernen künstlich angelegten Strecke in Brest statt. 57 Länder und über 880 Athleten traten in der U23-Klasse gegeneinander antreten. Die Mannschaft des Deutschen Ruderverbandes wurde durch 69 Ruderinnen und Ruderer in 21 Bootsklassen vertreten. Die World Rowing U23 Championships wurden erst 2005 von der FISA als offizielle Weltmeisterschaften anerkannt. Davor gab es seit 1976 das "Seniors Match" und dann ab 1992 den "Nations Cup" in der Altersklasse U23.
Bericht RK
Das Bild zeigt v.l.n.r. Jonas Wagner, Sandra Luptowitsch, Kathrin Ketterer, Tobias Reiner, Ralf Kockel: